Mansfeld-Museum: Für Groß und Klein - unbedingt!

Das Humboldt-Schloß

Dampflok Nr. 8 Bergwerksbahn
Bei gewissen Sehenswürdigkeiten in unserer Region kriegt man immer wieder den Eindruck: Aber weit unter Wert verkauft!! So ging es mir auch bei meinem ersten Besuch des Mansfelder-Museums, obwohl ich seit 6 Jahren hier wohne. Es hat mich nie richtig angemacht und das begann schon mit der Anschrift: "Mansfeld-Museum in Hettstedt, Ortsteil Burgörner im Humboldt-Schlösschen"... Zwar gibt es eine Web-Adresse, welche allerdings seit geraumer Zeit nicht läuft. Schade, denn eigentlich überlagern sich hier gleich drei interessante Themen: Mansfelder Bergbau und Beginn der Industrialisierung, Kupferverarbeitung in Hettstedt, und die Geschichte der Humboldt-Dynastie und -gesellschaft.  So, genug gejammert, das Mansfeld-Museum wird in zwei Teilen beschrieben. Heute Teil 1:

Freigelände und Dampfmaschinen-Haus: Open-Air Ausstellung vom Besten!

Stollenbahn
Aluminium-Verarbeitung
Auf rund 3-4 Hektar Freigelände, welches an den gepflegten Park des Humboldt-Schlosses grenzt, finden sich in Form einer Freiluftausstellung Zeugnisse des Bergbaus und der Kupferverarbeitung. Das klingt bescheiden. Wer hingeht, wird aus dem Staunen nicht mehr rauskommen, denn hier werden diese Gegenstände thematisch schön gruppiert und verständlich beschrieben.

Schlackenprodukte
Hist. Fahrzeuge Bergwerksbahn
Von der Originallok Nr. 8 der Mansfelder-Bergwerksbahn über die ersten Rauchgasreiniger, weiter zur Stollenbahn, welche einer Miniatureisenbahn ähnelt, bis hin zu den großen Gießeinrichtungen, Schlackenpressen usw.  Alte Technik, fein präsentiert. Den  damals hergestellten Produkten begegnen wir heute noch buchstäblich auf Schritt und Tritt...

Ein weiteres Thema ist dann die Verarbeitung des abgebauten und gewonnenen Kupfers. Hier findet man wieder toll arrangiert die verschiedensten Gerätschaften und große Maschinen, mit denen die Kupferblöcke bearbeitet, gewalzt, gehämmert wurden. Auch das Ausstellungsgelände befindet sich in mustergültig gepflegtem Zustand. 

Deutschlands erste Dampfmaschine in Burgörner!

Wie es dazu kam, ist wohl eines der ersten Kapitel, welches zum Thema Wirtschaftsspionage geschrieben wurde. Da die Verwirklichung vor Ort nicht ganz den Erwartungen entsprach, die Dampfmaschine nicht störungsfrei arbeitete, musste man zu einer weiteren Maßnahme greifen.... aber DAS lassen Sie sich  an der kurzweiligen Führung vor Ort erklären, welche vom Kind bis zu den Großeltern alle zu fesseln vermag denn:

Kesseleinheit
Dampfzylinder und
Hebebalken, Gesamthöhe
etwa 8 Meter
Zum 200-Jahr Jubiläum der ersten "Feuermaschine" in Deutschland wurde im Jahre 1985 neben dem Humboldt-Schlösschen ein weiteres Gebäude errichtet. Dort hinein baute man eine Original-Kopie der ersten oder zweiten Dampfmaschine, welche Hettstedt berühmt zu machen begannen. Eine imposante Anlage, für Vorführungen nicht mehr mit Holz oder Kohle, sondern elektrisch betrieben.  Die wirkliche Größe dieser Anlage kann man nur erfassen, wenn man da im Gebäude drin ist und die Maschine zu laufen beginnt!

Ja, und eh man es sich versieht, sind 90 Minuten um, möchte man noch mehr erfahren über einen 30 km langen Wasser führenden Stollen, der jährlich kontrolliert wird; wie das genau war mit den Italienern, welche aus Hettstedter Kupfer Silber herstellten und und und...und was hat es auf sich mit dem Lichtloch 24?

Beim nächsten Regentag nehmen wird uns das Humboldt-Schlösschen vor. Auf zwei Etagen ist die Geschichte unserer ganzen Region dokumentiert und wir sind jetzt schon gespannt.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 11-17 Uhr
Adresse Schloßstraße 7 06333 Hettstedt
03476 200 753
Eintritt: 3 €

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